Die Erinnerung an das Novemberpogrom in der ZPC

IMG_0287Am 9. November besuchten drei Schüler der 2CK (Julian Bruckner, Or Katz und Iris Ramseyer) in Begleitung von Professor Schmidseder ein jüdisches Gedenkfest anlässlich des Novemberpogroms vor 77 Jahren.
Unsere Partnerschule ZPC (Zwi Perez Chajes) lud uns ein, und nach einem kurzen Rundgang durch die Schule traten wir in die hauseigene Synagoge ein. Die männlichen Teilnehmer mussten die jüdische Kopfbedeckung (Kippa) tragen.
Zu Beginn erhielten wir einen Einblick in die Geschichte des Novemberpogroms:

In der Nacht zum 10. November 1938 wurden im gesamten deutschen Raum (inklusive Österreich) Tausende Synagogen, jüdische Geschäfte, Wohnungen und Grabmäler zerstört. Zudem wurden 30.000 Juden verhaftet und teilweise in Konzentrationslager deportiert. Dies war der Beginn der Shoa. Der Vortragende sagte zur Begründung, warum dieses Gedenkfest stattfindet, dass man die Vergangenheit kennen und aus der Geschichte für die Zukunft lernen solle.

Nach einem kurzen hebräischen Gebet kam der Zeitzeuge Carlos Günther zu Wort. Er erzählte sehr trocken, wie er mit sechs Jahren den Tag nach dem Pogrom erlebt hatte. An diesem Tag wurIMG_0286de sein Vater verhaftet, und er der Schule verwiesen. Nur mit Glück gelang seiner Familie 1940 die Flucht nach Bolivien.

„Die Geschichte war sehr bewegend und seine Darstellung der Parallelen zur heutigen Flüchtlingssituation nur allzu wahr.“ – Iris Ramseyer

„Ich fand es wirklich schrecklich, was Herr Günther durchmachen musste.“ – Or Katz

Danach wurden wir zu Gesprächen mit dem Zeitzeugen und jüdischen SchülerInnen eingeladen. Dies war sehr informativ, wir erfuhren noch mehr aus dem Leben Herrn Günthers nach seiner Flucht.

„Das berührende Gespräch am Ende hat mir noch einmal klar gemacht, wie schrecklich diese Zeit war.“ – Julian Bruckner

„Meine Schule nach langer Zeit wieder zu besuchen war schön, aber die Geschichte des Zeitzeugen war sehr traurig.“ – Or Katz

„Trotz des erschütternden Jubiläums war es ein tolles und sehr interessantes Erlebnis.“
– Julian Bruckner