Salon der Angst – Besuch einer Ausstellung

© Agnès Geoffray, Courtesy Agnès Geoffray / Bild: (c) Kunsthalle Wien

Wer hatte nicht schon einmal ein mulmiges Angstgefühl im Bauch, Hände mit Angstschweiß bedeckt, einen ängstlich rasenden Puls oder einen einzigen Gedanken: Flucht vor der Angst? Angst hat jeder schon erlebt! Die Ausstellung widmete sich jedoch nicht allein dem diffusen Gefühl der Unsicherheit und Bedrohung, sondern zeigte die kulturelle Prägung individueller sowie kollektiver Angsterlebnisse und -ereignisse. Die künstlerische Praxis der jüngeren Generation, aufgewachsen mit Horrorfilmen und angstmachenden Computerspielen, reagiert auf eine veränderte Gesellschaft mit neuen Angstszenarien.Die Schüler/innen wurden konfrontiert mit den Ängsten unserer Zeit, die in vielen emotionalen und gesellschaftspolitischen Facetten gezeigt wurden. Angst als Reaktion auf jene Aspekte der Gegenwart, mit denen wir nicht umzugehen wissen. Auch die mediale Verarbeitung und Erzeugung von Angst kam nicht zu kurz. Es gab viel zu verstehen hier und wenig zum Ängstigen.

Einen Eindruck hinterließ sicher das Sexvideo der kubanischen Künstlers Los Carpinteros, bei denen die Protagonisten während des Aktes immer älter und älter werden. Oder Collagen von Hirschhorn, in denen er Modefotografie mit Kriegsfotografie verbindet. Angst vor dem Tod ist genauso ein Leitmotiv wie Angst vor dem Fremden. Spannend war auch ein Doppelvideo von Odenbach, in dem er Filmmaterial aus der Mühl-Kommune einer Inszenierung gegenüberstellt, in der Kinder beim spielerischen Toben Freuds (nachgestelltes) Behandlungszimmer auseinandernehmen. Abreaktion mit und an der Psychoanalyse. Wien und Sigmund Freud kann man eben nicht entkommen bei der Analyse der Angst.

Wir, als Teil der Gesellschaft, der Schule, der Psychologiegruppe bekommen Angst vor uns selbst, vor der Wildnis der Zivilisation! Angst letztendlich nicht vor dem Fremden, sondern vor dem Eigenen! Ein Nachmittag zum Nachdenken über die Angst!

PHE-Gruppen der 4. und 5. Jahrgänge